wo angst ihre macht verliert

Das Leben und das persönliche Sein befinden sich stets im Wandel. Damit meine ich jenen Teil in mir, der sich entwickelt, neu denkt und sich immer wieder neu definiert. Ungeachtet dessen gibt es auch den unverrückbaren Teil in mir, jenen inneren Kern, der ebenso da ist wie all meine Vorstellungen darüber, was oder wer ich angeblich sei.

Verlasse ich mich allein auf den Teil, der hektisch diagnostiziert und aus Trauma, Machtherrschaft oder Knechtung heraus agiert, um ein Despot meiner selbst zu sein, und dadurch letztlich auch der Welt gegenüber, so ist mein Untergang gewiss.

Verlasse ich mich hingegen nur auf den unveränderteren Teil in mir, der stets gottverbunden ist, so erhält mein Leben und die Aussendung meiner Kraft nach aussen ebenfalls ein überhebliches Ungleichgewicht.

Die Balance zwischen beidem ist für mich die Lösung. So wie ich nicht vierundzwanzig Stunden beten kann, kann ich auch nicht vierundzwanzig Stunden arbeiten.

Ein Innehalten dazwischen ist die Lösung. Durch diese Ernsthaftigkeit löst sich jedwede Angst auf, denn sie bezeugt lediglich etwas. Sie entsteht, weil ich so selbstzentriert bin, die Dinge und Situationen kontrollieren will und dadurch mir selbst und allen anderen schade.

Lasse ich jedoch los, erkenne meinen Anteil und lebe dies in Ehrlichkeit mir selbst und anderen gegenüber, darf ich sehen, wie Innen- und Aussenwahrnehmung eins werden.

Angst versiegt dort, wo ich zwischen Wandlung und innerem Kern das ehrliche Mass finde.

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